{"id":2496,"date":"2018-03-28T10:08:38","date_gmt":"2018-03-28T10:08:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.eaid-berlin.de\/?p=2027"},"modified":"2018-03-28T10:08:38","modified_gmt":"2018-03-28T10:08:38","slug":"brauchen-wir-ein-neues-datenrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kai-wittenburg.de\/?p=2496","title":{"rendered":"Brauchen wir ein neues Datenrecht?"},"content":{"rendered":"<p>Die Bundesregierung sendet angesichts der Datenaff\u00e4re um Facebook und Cambridge Analytica widerspr\u00fcchliche Signale aus. W\u00e4hrend die neue Justiz- und Verbraucherschutzministerin Katarina Barley darauf setzt, dass die ab Mai EU-weit geltende Datenschutz-Grundverordnung (<a href=\"https:\/\/www.bfdi.bund.de\/SharedDocs\/Publikationen\/Infobroschueren\/INFO6.html\"  rel=\"noopener\">DSGVO<\/a>) der exzessiven Datennutzung und dem Datenmissbrauch entgegenwirkt, pl\u00e4diert Kanzleramtschef Helge Braun f\u00fcr ein \u201eneues Datenrecht\u201c.<\/p>\n<p>Das von einer \u201eDaten-Ethikkommission\u201c innerhalb eines Jahres auszuarbeite Datenrecht solle mehr Transparenz f\u00fcr die B\u00fcrger schaffen, <a href=\"https:\/\/www.inforadio.de\/programm\/schema\/sendungen\/int\/201803\/28\/221491.html\"  rel=\"noopener\">k\u00fcndigte Braun an<\/a>. \u201eDem B\u00fcrger muss erstmal immer sehr transparent sein, welche Daten er zur Verf\u00fcgung stellt. Und er muss das grunds\u00e4tzlich immer sehr einfach und sehr wirksam unterbinden k\u00f6nnen. Auf der anderen Seite m\u00fcsse es f\u00fcr die Wirtschaft klare Regeln geben, welcher Umgang mit Daten erlaubt ist und welcher nicht.&#8220;<\/p>\n<p>Nachdem sich seine Kanzleramts-Kollegin Dorothee B\u00e4r k\u00fcrzlich dadurch <a href=\"https:\/\/www.eaid-berlin.de\/?p=2011\"  rel=\"noopener\">hervorgetan<\/a> hat, den Datenschutz zu einem Ansatz aus dem 18. Jahrhundert zu erkl\u00e4ren, konzentriert sich der Kanzleramtschef auf einen Ansatz, bei dem es weniger um den Schutz des Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung geht, sondern um die Nutzbarmachung von immer mehr Daten. Dies passt zu den \u00c4u\u00dferungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die in letzter Zeit jede positive Bezugnahme auf den Datenschutz peinlich vermeidet, und stattdessen lieber von \u201eDatensouver\u00e4nit\u00e4t\u201c, \u201eDatenpolitik\u201c, &#8222;Dateneigentum&#8220; und \u201e<a href=\"https:\/\/www.eaid-berlin.de\/?s=Datenreichtum\"  rel=\"noopener\">Datenreichtum<\/a>\u201c spricht.<\/p>\n<p>Dass es dabei nicht in erster Linie um die St\u00e4rkung der Transparenz der Datenverarbeitungsmodelle und um stregere Regeln zum Umgang mit Daten geht, ist anzunehmen. So hat sich die Gro\u00dfe Koalition 2017 bei der Novellierung des Bundesdatenschutzgesetzes infolge des Inkrafttretens der DSGVO eher um eine Entsch\u00e4rfung der europaweiten Datenschutzbestimmungen bem\u00fcht. Ihr Gesetzentwurf (Bundestags-Drucksache 18\/11325) zeichnete sich dadurch aus, die in der DSGVO vorgesehenen Informationspflichten bei der Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten einzuschr\u00e4nken. Auch die Auskunftsrechte der von der Datenverarbeitung betroffenen Personen sollten beschnitten werden. Dass die vom Bundestag beschlossenen Einschr\u00e4nkungen der Transparenz der Datenverarbeitung weniger gravierend ausfielen, ist nicht zuletzt dem Widerstand von Verbraucher- und Datensch\u00fctzern zu danken, und war nicht etwa das Ergebnis des Umdenkens in dem f\u00fcr das Gesetzgebungsvorhaben federf\u00fchrenden Bundesministerium des Innern.<\/p>\n<p>Um es zusammenzufassen: Der Umgang mit personenbezogenen Daten ist in der Datenschutz-Grundverordnung umfassend geregelt. Im Hinblick auf die Vorgaben f\u00fcr Internet-Dienste und Telekommunikationsunternehmen ist zwar eine \u00dcberarbeitung der bisherigen Regelungen angebracht, aber auch dabei handelt es sich in erster Linie um ein europ\u00e4isches Thema (<a href=\"https:\/\/www.eaid-berlin.de\/?p=1224\"  rel=\"noopener\">ePrivacy<\/a>). Deutsche Alleing\u00e4nge machen da wenig Sinn.<\/p>\n<p>Peter Schaar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bundesregierung sendet angesichts der Datenaff&auml;re um Facebook und Cambridge Analytica widerspr&uuml;chliche Signale aus. W&auml;hrend die neue Justiz- und Verbraucherschutzministerin Katarina Barley darauf setzt, dass die ab Mai EU-weit geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der exzessiven Datennutzung und dem Datenmissbrauch entgegenwirkt, pl&auml;diert Kanzleramtschef Helge Braun f&uuml;r ein &bdquo;neues Datenrecht&ldquo;. 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