{"id":1460,"date":"2016-07-08T07:59:30","date_gmt":"2016-07-08T07:59:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.eaid-berlin.de\/?p=1224"},"modified":"2016-07-08T07:59:30","modified_gmt":"2016-07-08T07:59:30","slug":"konsultation-der-eu-kommission-zur-eprivacy-richtlinie-vertraulichkeit-und-sicherheit-der-elektronischen-kommunikation-staerker-schuetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kai-wittenburg.de\/?p=1460","title":{"rendered":"Konsultation der EU-Kommission zur ePrivacy-Richtlinie:  Vertraulichkeit und Sicherheit der elektronischen Kommunikation st\u00e4rker sch\u00fctzen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong>Presseerkl\u00e4rung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Europa muss die Vertraulichkeit und Sicherheit der elektronischen Kommunikation st\u00e4rker sch\u00fctzen<\/strong><\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Akademie f\u00fcr Informationsfreiheit und Datenschutz (EAID) ist der Auffassung, dass es weiterhin besonderer Regelungen bedarf, die den Datenschutz f\u00fcr die elektronische Kommunikation in Europa sicherstellen. Darauf weisen der ehemalige Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix und der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hin, jetzt Vorstandsmitglieder der Europ\u00e4ischen Akademie f\u00fcr Informationsfreiheit und Datenschutz. Die EAID-Stellungnahme erfolgte im Rahmen einer von der EU-Kommission durchgef\u00fchrten <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/digital-single-market\/en\/news\/public-consultation-evaluation-and-review-eprivacy-directive\" >Konsultation zur Evaluierung der Datenschutzrichtlinie f\u00fcr elektronische Kommunikation (ePrivacy-Richtlinie,\u00a0 2002\/58\/EC). Die Kommission hat f\u00fcr Mitte 2017 einen entsprechenden Reformvorschlag angek\u00fcndigt.<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Angesichts der zentralen Bedeutung der elektronischen Kommunikation und der zunehmenden Risiken ihrer \u00dcberwachung und der umfassenden Registrierung des Kommunikationsverhaltens muss die Europ\u00e4ische Union daf\u00fcr sorgen, dass die Vertraulichkeit und Sicherheit von technisch vermittelter Kommunikation st\u00e4rker und effektiver als bisher gesch\u00fctzt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Datensch\u00fctzer betonen, dass europarechtliche Vorgaben zum Datenschutz bei elektronischen Kommunikationsdiensten durch den Erlass der Datenschutzgrundverordnung nicht \u00fcberfl\u00fcssig geworden sind. Die gegenw\u00e4rtigen Vorgaben bed\u00fcrfen allerdings einer grundlegenden \u00dcberarbeitung. Nur so lassen sich der Schutz der Kommunikationsdaten und des Fernmeldegeheimnisses auch in Zukunft auf hohem Niveau gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Es muss sichergestellt werden, dass die k\u00fcnftige Regelung zum Datenschutz bei der elektronischen Kommunikation auch f\u00fcr die Anbieter von sog. \u201eOver-The-Top\u201c (OTT-)-Diensten wie Internet-Telefonie und Instant Messaging und anderen Diensten der Informationsgesellschaft gilt. Auch sollte das Telefonmarketing europaweit ebenso die Einwilligung des Angerufenen voraussetzen wie die Versendung von kommerziellen Nachrichten in sozialen Netzwerken, die nicht anders als Werbe-Mails behandelt werden d\u00fcrfen (Opt-In-Prinzip). Schlie\u00dflich muss jeder das Recht haben, seinen Kommunikationsverkehr (sein Heimnetzwerk, seine E-Mails, Smartphones und Datentr\u00e4ger) durch Pass\u00f6rter und Verschl\u00fcsselung zu sichern. Anbieter von Kommunikationsdiensten sollten verpflichtet werden, entsprechende Sicherheitsma\u00dfnahmen zumindest anzubieten.<br \/>\nAngesichts der zunehmenden Bedeutung vermeintlich \u201ekostenloser\u201c Dienste, welche die Nutzer tats\u00e4chlich mit ihren personenbezogenen bezahlen, verweisen die Datensch\u00fctzer auf die Gefahr, dass der Datenschutz zum Luxusgut f\u00fcr Verm\u00f6gende wird. Deshalb sollten existenziell bedeutsame Dienste im Sinne eines Universaldienstes kostenlos und ohne \u00fcberschie\u00dfende Datensammlung angeboten werden. Die Verarbeitung personenbezogener Daten muss sich hier ausschlie\u00dflich auf das zu ihrer Erbringung erforderliche Ma\u00df beschr\u00e4nken. Cookies von Drittanbietern sollten stets standardm\u00e4\u00dfig deaktiviert und auch andere Techniken zum Tracking und Targeting nur mit ausdr\u00fccklicher Zustimmung der Nutzer eingesetzt werden.<br \/>\nZur Sicherung einer einheitlichen Rechtsdurchsetzung sollten in allen Mitgliedstaaten die Datenschutzbeh\u00f6rden f\u00fcr die Umsetzung des k\u00fcnftigen Rechtakts zum Datenschutz bei elektronische Kommunikation zust\u00e4ndig sein, die im Europ\u00e4ischen Datenschutzausschuss f\u00fcr eine einheitliche Rechtsanwendung sorgen. Damit w\u00fcrden die bisherigen\u00a0 Zust\u00e4ndigkeitsprobleme und Rechtsunsicherheiten behoben, die weder f\u00fcr die Nutzer noch f\u00fcr die Unternehmen nachvollziehbar sind.<\/p>\n<p>Kontakt: dix@eaid-berlin.de<\/p>\n<p>V.i.S.d.P.: Dr. Alexander Dix, Europ\u00e4ische Akademie, f\u00fcr Informationsfreiheit und Datenschutz, Bismarckallee 46\/48, 14193 Berlin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Presseerkl&auml;rung Europa muss die Vertraulichkeit und Sicherheit der elektronischen Kommunikation st&auml;rker sch&uuml;tzen Die Europ&auml;ische Akademie f&uuml;r Informationsfreiheit und Datenschutz (EAID) ist der Auffassung, dass es weiterhin besonderer Regelungen bedarf, die den Datenschutz f&uuml;r die elektronische Kommunikation in Europa sicherstellen. 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