{"id":1382,"date":"2016-06-06T08:26:17","date_gmt":"2016-06-06T08:26:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.eaid-berlin.de\/?p=1187"},"modified":"2016-06-06T08:26:17","modified_gmt":"2016-06-06T08:26:17","slug":"nichts-gelernt-bnd-gesetzentwurf-enthaelt-verfassungswidrige-elemente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kai-wittenburg.de\/?p=1382","title":{"rendered":"Nichts gelernt: BND-Gesetzentwurf enth\u00e4lt verfassungswidrige Elemente"},"content":{"rendered":"<p>Der Blog netzpolitik.org hat am 6. Juni 2016 einen offenbar geleakten <a href=\"\" >Entwurf eines ge\u00e4nderten BND-Gesetzes<\/a> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Der Gesetzentwurf vermittelt den Eindruck, als sollten die\u00a0\u00a0 inzwischen aufgedeckten zweifelhaften Praktiken des BND nachtr\u00e4glich legalisiert werden. Insbesondere der Aufkl\u00e4rungsarbeit des BND-Untersuchungsausschusses des Deutschen Bundestags verdanken wir die Erkenntnis, dass der deutsche Auslandsgeheimdienst nicht nur bei seinen Aktivit\u00e4ten im Ausland weitgehend in einem gesetz- und kontrollfreien Raum agiert, sondern auch bei der Erfassung von \u00fcber deutsche Netzknoten geleiteter Telekommunikations- und Internetverbindungen. Parlamentarische und datenschutzrechtliche Aufsichts- und Kontrollmechanismen wurden systematisch umgangen, teilweise sogar unter Bruch gesetzlicher Vorgaben.<\/p>\n<p>Statt sich ernsthaft mit den Problemen der offenbar au\u00dfer Kontrolle geratenen \u00dcberwachung auseinanderzusetzen, wollen die Autoren des Gesetzentwurfs dem BND zus\u00e4tzliche allgemeine \u00dcberwachungsbefugnisse gegeben. Die Erfassung der Telekommunikation soll sich erkennbar nicht auf terroristische Gef\u00e4hrder oder internationale Waffenh\u00e4ndler beschr\u00e4nken, sondern s\u00e4mtliche nicht-deutschen Telekommunikationsteilnehmer und Internetnutzer betreffen.<\/p>\n<p>Ignoriert werden dabei die durch die j\u00fcngste Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zum BKA-Gesetz festgelegten Grenzen bei der Erfassung unverd\u00e4chtiger Personen. Ihre Daten sollen nach dem Gesetzentwurf nicht nur vom BND selbst erfasst, sondern &#8211; nicht nur im Einzelfall &#8211; auch automatisiert an ausl\u00e4ndische Geheimdienste \u00fcbermittelt werden, soweit &#8218;die sofortige \u00dcbermittlung erforderlich ist, um die Kooperationsziele zu erreichen&#8216;. Dies w\u00e4re ein glatter Versto\u00df gegen das durch unser Grundgesetz geforderte Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeitsprinzip.<\/p>\n<p>Skandal\u00f6s ist die vorgesehene Einschr\u00e4nkung der Kontrollbefugnisse der Bundesbeauftragten f\u00fcr den Datenschutz, deren Kontrollrecht bei vom BND gemeinsam mit ausl\u00e4ndischen Diensten gef\u00fchrten Dateien auf die durch den BND eingespeicherten Daten beschr\u00e4nkt werden soll. Daten ausl\u00e4ndischer Geheimdienste, die der BND aus gemeinsamen Dateien erh\u00e4lt und nutzt, w\u00fcrden damit der datenschutzrechtlichen Kontrolle entzogen &#8211; ein evident verfassungswidriger Vorschlag.<\/p>\n<p>Peter Schaar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Blog netzpolitik.org hat am 6. Juni 2016 einen offenbar geleakten Entwurf eines ge&auml;nderten BND-Gesetzes ver&ouml;ffentlicht. 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